Osterchallenge – Woche 4
- HP Annette Di Fausto

- 18. Feb.
- 3 Min. Lesezeit
Rankenmuster & „Rippen mal ganz anders“ (Streifentechnik)
Es geht nicht um „klassische“ Rippen (rechts/links im Wechsel), sondern um kraus rechts gestrickte Mini-Streifen, die als schmale Stege hochwachsen, wieder „andocken“ und dadurch eine Art Rankenbewegung über das Quadrat zeichnen.
Woche 4 ist da – das Quadrat nutzt ein besonderes Rippen-/Rankenprinzip
Und keine Sorge, falls dein Alltag gerade so voll ist wie meiner:
Du kannst deine Werke auch später einreichen.
Manchmal hat man eben mehr Zeit – und dann strickt man in einer Woche auch mal zwei oder drei Stücke am Stück. Genau dafür ist die Challenge ja da: Sie soll Freude machen und nicht stressen.
Rückblick: Wo wir gerade stehen
Bis jetzt haben wir schon einiges gesammelt:
Stück 1: der Startblock
Stück 2: das Ostereier-Muster
Stück 3: Patchworkstrick (das Quadrat als Modul)
und jetzt: Stück 4 – „Rankenmuster, Rippen mal ganz anders gestrickt“
Dieses vierte Stück gehört ganz klar in die Patchworkwelt, aber es spielt zusätzlich mit einem Strukturmuster, das wie grüne Ranken in einem Erdbeerfeld wirken kann (dein Bild aus dem Transkript ist einfach zu schön!).
Zwei Farben, ein Effekt: „Erdbeerfelder mit grünen Ranken“
Du arbeitest mit zwei Farben, die sich abwechseln:
eine „erdbeerfarbene“ Grundfläche
eine grüne Kontrastfarbe für die „Ranken“
Der Trick: Die Ranken entstehen nicht durch Zöpfe oder Umschläge, sondern durch schmale kraus-rechts-Streifen, die du aus Randmaschen heraus aufbaust und wieder in die Fläche integrierst.
Schrittprinzip aus dem Video
1) Mini-Streifen hochstricken: 4 Maschen kraus rechts
Du startest mit nur 4 Maschen und strickst diese hin und her kraus rechts (jede Reihe rechts).Wichtiges Detail aus deinem Vorgehen:
erste Masche stricken
letzte Masche abheben (für saubere Kanten)
Fadenenden werden gleich mit eingewebt („einmal drunter, einmal drüber“), damit später weniger zu vernähen ist.
Du strickst so lange „hoch“, bis der Streifen in etwa die Höhe der vorherigen Quadrate erreicht. Im Beispiel sind es:
60 Reihen = 30 Rippen (Rippe = Doppelreihe)
2) Aus dem Rand Maschen aufnehmen (30 Maschen)
Aus den gut sichtbaren Randmaschen nimmst du dann Maschen auf – im Beispiel 30 Maschen.
3) Patchwork-typisch verbinden: Maschen zusammenstricken
Jetzt kommt der Patchwork-Charakter besonders deutlich:
Du strickst nicht einfach ein neues Teil und nähst es später an – du verbindest direkt beim Stricken, indem du am Rand Maschen zusammenstrickst (die letzte Masche der aktuellen Arbeit mit einer Masche aus dem Nachbarstück).
Das erzeugt den Effekt:
das Muster „wächst“ in die Fläche hinein
die Ranke bleibt stabil verankert
es entsteht diese „hoch–runter–hoch“-Bewegung im Strukturverlauf
4) Abschluss: 4 Maschen gemeinsam abketten (Kante schließen)
Wenn du am Ende angekommen bist, kettest du nicht nur „irgendwie“ ab, sondern du machst einen sauberen Verbund:
4 Maschen abketten
und gleichzeitig die entsprechenden 4 Maschen der gegenüberliegenden Seite „mit“ abketten (im Video zu sehen: mit einer Hilfsnadel und dem Durchziehen durch beide Maschen).
Danach folgt – ganz Patchwork-logisch – wieder:
Fadenposition korrigieren (manchmal muss er eben „unten“ sein)
ggf. abschneiden und später vernähen / einweben
erneut Maschen aus Randmaschen aufnehmen (wieder um die 30 Maschen)
Das ist Streifentechnik nach Horst Schulz
Woche 4 ist nicht einfach nur „ein Muster“, sondern formal gehört dieses Quadrat zur Streifentechnik nach Horst Schulz im Patchworkstricken.
Was das bedeutet (kurz und klar):
Patchworkmodule werden direkt aneinander gestrickt statt zusammengenäht
gearbeitet wird strukturiert über Kanten, Randmaschenaufnahme und Anstricken
die Optik entsteht durch Streifen-/Segmentbildung und eine klar geplante „Bauweise“
das Projekt wächst modular, Quadrat für Quadrat – genau wie eure Challenge-Decke
Dein Woche-4-Block zeigt diese Idee besonders schön, weil die „Ranken“ als kleine Streifen-Elemente entstehen, die immer wieder aus Randmaschen heraus hochgestrickt und dann wieder in die Fläche integriert werden. Das ist Patchworkstricken in seiner elegantesten Form: Form entsteht durch Verbindung.
Kleine Praxis-Tipps aus deinem Video (Gold wert)
Fäden gleich einweben: Unter/über den Arbeitsfaden führen, dann sparst du dir später Näharbeit.
Garn zwischendurch entwirren: Gerade bei zwei Farben und langen Seilen entsteht sonst schnell „Verknödelung“.
Nadeln/Seillänge: Wechselbare Spitzen mit langem Seil sind super, alternativ gehen auch sehr lange Nadeln (60–120 cm).
Zählen beruhigt: Du kontrollierst immer wieder, ob du wirklich bei 30 Maschen bist – genau das hält das Patchwork sauber.
Ausblick: Nächste Woche wird wieder „österlich“
Nächste Woche kommt wieder ein österliches Motiv in die Mitte, so wie wir es schon bei den Ostereiern hatten.
Ich liebe diesen Rhythmus: Struktur + Motiv, Technik + Spiel.
Wenn du Woche 4 noch nicht fertig hast: mach dir keinen Druck.
Strick in deinem Tempo, reich später ein, hab Freude am Prozess – und wenn du das Video nochmal brauchst: schau es dir ruhig ein zweites Mal an, gerade beim „Andocken“ der Maschen wird es dann oft plötzlich ganz klar.


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