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Cimicifuga in kubistischer Form

  • Autorenbild: HP Annette Di Fausto
    HP Annette Di Fausto
  • vor 2 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Die Reise durch mein Pflanzenalphabet geht weiter. Nach Berberis und Arnica ist nun der Buchstabe C an der Reihe – und diesmal habe ich mich für Cimicifuga entschieden, die Traubensilberkerze.

Vielleicht kennt ihr sie auch unter ihrem alten Namen Wanzenkraut. Der Name passt wunderbar, denn „cimici“ erinnert an das italienische Wort cimice – die Wanze. Und genau dieses Motiv hat mich auch beim Entwerfen des Strickbildes begleitet: etwas Kleines, Reizendes, vielleicht sogar Störendes, das eine große Reaktion auslösen kann.


Von der Pflanzenidee zum Strickbild

Mein Cimicifuga-Bild ist diesmal nicht naturalistisch, sondern eher kubistisch-abstrakt angelegt. Ich habe die Pflanze zunächst gezeichnet und farbig ausgemalt. Danach wurde daraus Schritt für Schritt ein Intarsien-Strickbild.

Wie bei den anderen Pflanzenbildern beginne ich mit 60 Maschen. Von dort aus entstehen die Farbfelder mehr oder weniger frei nach Gefühl. Das bedeutet: kein streng ausgezähltes Muster, sondern ein Arbeiten nach Bild, Farbe und Form.

Die Rückseite sieht dabei natürlich ziemlich wild aus – viele Farbwechsel, viele Fäden, viel Intarsienarbeit. Aber genau das gehört zu dieser Technik dazu.


Hier das Video:


Warum Cimicifuga?

Cimicifuga, die Traubensilberkerze, gehört zu den Ranunculaceae, also zu den Hahnenfußgewächsen. In dieser Pflanzenfamilie finden wir viele stark wirksame Arzneipflanzen, zum Beispiel Aconitum, Pulsatilla oder Staphysagria.

In der Phytotherapie ist Cimicifuga besonders als Frauenheilpflanze bekannt. Sie wird vor allem im Zusammenhang mit den Wechseljahren eingesetzt, etwa bei Hitzewallungen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen oder neurovegetativen Beschwerden.

In der Homöopathie zeigt sich Cimicifuga noch einmal anders: Hier denken wir besonders an nervöse Übererregbarkeit, krampfartige Beschwerden, rheumatische Schmerzen, Nackenverspannungen, Kopfschmerzen und eine starke Empfindlichkeit.


Das Mittelbild als Farbidee

Für mein Strickbild habe ich bewusst ein anderes Farbspektrum gewählt als bei den bisherigen Pflanzen. Cimicifuga hat für mich etwas Nervöses, Bewegtes, Überreiztes. Es geht um Spannung, Krampf, Empfindlichkeit und manchmal auch um ein dramatisches inneres Erleben.

Homöopathisch passt dazu die Vorstellung:

Man regt sich über etwas scheinbar Kleines sehr stark auf – fast so, als würde eine kleine Wanze ein riesiges inneres Drama auslösen.

Diese Überempfindlichkeit wollte ich nicht lieblich darstellen, sondern kantiger, fragmentierter, etwas unruhiger. Deshalb die kubistische Form.


Blüten werden gestickt

Die eigentlichen Blüten der Traubensilberkerze werde ich nicht direkt einstricken, sondern später aufsticken. Das hat einen einfachen Grund: Im Bild gibt es bereits viele Farbflächen und Fäden. Die feinen, länglichen Blütenstände lassen sich gestickt viel leichter und lebendiger darstellen.

So entsteht eine Mischung aus Stricken und Sticken – genau das liebe ich an diesem Projekt. Jedes Pflanzenbild darf seine eigene Technik finden.


Ein Stück Pflanzenwissen in Wolle

Dieses Projekt ist für mich mehr als nur eine Decke. Es ist eine textile Pflanzenreise. Jede Pflanze bringt ihre eigene Form, Farbe, Wirkung und Stimmung mit.

Bei Cimicifuga sind es die Themen:

  • Frauenheilkunde und Wechseljahre

  • Nervosität und Überempfindlichkeit

  • Nacken, Kopf und rheumatische Beschwerden

  • Spannung, Krampf und innere Unruhe

  • das Dramatische im Kleinen

All das fließt in das Strickbild ein – nicht als medizinische Anleitung, sondern als kreative Annäherung an eine Pflanze.


Patchwork, Intarsien und freie Gestaltung

Dieses Bild ist ein komplexes Intarsienstrickbild. Ich hätte es auch in klassischer Patchwork-Technik arbeiten können, aber dafür war das Motiv diesmal zu klein und zu zusammenhängend.

Für spätere Pflanzenbilder möchte ich aber wieder stärker mit Patchwork-Elementen arbeiten. Die Decke wird also nicht nur ein Pflanzenalphabet, sondern auch eine Sammlung verschiedener textiler Techniken.


Cimicifuga ist für mich ein wunderbares Beispiel dafür, wie sich Pflanzenwissen, Homöopathie, Phytotherapie und textile Gestaltung verbinden lassen.

Aus einer Heilpflanze wird ein Bild.Aus einem Bild wird ein Strickstück.Und aus vielen Strickstücken entsteht nach und nach eine Pflanzen-Decke voller Geschichten.

Ich hoffe, dieses Cimicifuga-Bild inspiriert euch, selbst mit Pflanzenformen, Farben und freien Strickideen zu experimentieren.

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