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Euphrasia – Augentrost auf Wolle

  • Autorenbild: HP Annette Di Fausto
    HP Annette Di Fausto
  • vor 5 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Wenn Heilkraft, Kreativität und Handarbeit zusammenfinden

Manchmal entstehen die schönsten Ideen genau dann, wenn wir bereit sind, etwas Neues auszuprobieren. So war es auch bei meinem aktuellen Projekt der botanischen Patchworkdecke. Nachdem ich beim Buchstaben A noch die Arnica im Jacquard-Stil eingestrickt hatte, durfte nun beim Buchstaben E eine andere Heilpflanze ihren Platz finden: Euphrasia officinalis, der Augentrost.


Diesmal wollte ich jedoch bewusst einen anderen Weg gehen. Statt die Pflanze einzustricken, habe ich zunächst eine kleine „Leinwand“ aus Wolle geschaffen – aus glatt rechts und kraus rechts gestrickten Flächen in zwei zarten Grüntönen. Die verwendete Wolle, Senior und Seniorita von Schoppel, brachte bereits eine wunderbare Lebendigkeit mit. Anschließend griff ich zu Stoffmalfarben und Pinseln.


Malen auf Wolle – ein kreatives Experiment

Die Idee war, die kraus rechts gestrickten Rippen wie Gräser wirken zu lassen und möglichst wenig Farbe darauf aufzutragen. Die eigentlichen Blüten und Blätter sollten sich vor diesem strukturierten Hintergrund entfalten.

Mit Stoffmalfarben von Marabu begann ich zunächst mit den weißen Blütenblättern. Nach dem Trocknen folgten die gelben Akzente, die violetten Farbtöne und schließlich die grünen Blätter. Das Ergebnis sollte nicht botanisch exakt, sondern impressionistisch sein – passend zum Stil der gesamten Decke.

Gerade dieses freie Arbeiten macht für mich den besonderen Reiz aus. Es geht nicht darum, Perfektion zu erreichen, sondern darum, einen kreativen Prozess zu erleben.


Eine Oase auf dem Stadtfest

Während des Malens musste ich immer wieder an das Stadtfest in Ahrensburg denken, bei dem ich mit meinem Kreativangebot vertreten war. Viele Besucherinnen und Besucher beschrieben den Stand als eine „Oase inmitten des Chaos“. Familien setzten sich gemeinsam an den Tisch, malten zusammen und verbrachten wertvolle Zeit miteinander. Manche blieben zwei Stunden oder länger.

Diese Erfahrungen bestätigen mich immer wieder darin, dass kreatives Tun weit mehr ist als ein Hobby. Es schafft Begegnung, Entspannung und Verbundenheit.

Malworkshop beim Ahrensburger Stadtfest
Stadtfest Ahrensburg Jun i 2026

Euphrasia – das Heilkraut der Augen

Der deutsche Name Augentrost verrät bereits, wofür Euphrasia seit Jahrhunderten geschätzt wird. Zahlreiche volkstümliche Bezeichnungen wie Augenklar, Augenweide oder Augendank weisen auf die traditionelle Anwendung bei Augenbeschwerden hin.

In der Phytotherapie wird das blühende Kraut verwendet. Es enthält unter anderem:

  • Gerbstoffe, die adstringierend wirken,

  • Bitterstoffe,

  • ätherische Öle,

  • Glykoside wie Aucubin,

  • Rutin, das die Gefäßwände stärken kann.

Traditionell wird Euphrasia eingesetzt bei:

  • gereizten und entzündeten Augen,

  • Bindehautentzündungen,

  • Gerstenkörnern,

  • geschwollenen Augenlidern,

  • Heuschnupfenbeschwerden,

  • leicht entzündlichen Schleimhäuten.

Dabei kommen beispielsweise Kompressen, Augenbäder oder äußerliche Anwendungen zum Einsatz.


Augentrost in der Homöopathie

Auch in der Homöopathie ist Euphrasia vor allem als Augenmittel bekannt.

Typisch sind:

  • beißende, scharfe Tränen,

  • gerötete, geschwollene Augenlider,

  • verklebte Augen,

  • ein Fremdkörpergefühl,

  • Lichtempfindlichkeit.

Charakteristisch ist außerdem die Kombination aus:

scharfen Augensekreten und mildem Schnupfen.

Damit bildet Euphrasia gewissermaßen das Gegenstück zu Allium cepa, bei dem die Nasenabsonderung scharf und die Augenabsonderung mild ist.

Interessant sind auch die beschriebenen Wechselwirkungen mit anderen Beschwerden. So können Augenbeschwerden mit Magenproblemen, Husten oder Menstruationsbeschwerden einhergehen. Besonders eindrucksvoll sind Berichte über zähen Schleim im Hals, der morgens so heftiges Räuspern auslöst, dass die Betroffenen sogar erbrechen müssen.


Stricken, Heilen und Staunen

Was mich an diesem Projekt besonders berührt, ist die Verbindung verschiedener Welten:

  • die Botanik der Heilpflanzen,

  • das Wissen um ihre Anwendung,

  • die Kreativität des textilen Gestaltens,

  • und die Freude daran, immer wieder Neues auszuprobieren.

Aus einem gestrickten Stück Wolle wurde eine Leinwand. Aus einer Heilpflanze wurde ein Kunstwerk. Und aus dem Experiment entstand wieder eine neue Idee für die nächste Pflanze meiner Patchworkdecke.


Denn genau darum geht es bei Freudestricken:

Mit den Händen gestalten, mit dem Herzen entdecken und dabei immer wieder neue Wege gehen.

Hast du schon einmal auf Stoff oder Wolle gemalt?

Oder verbindest du Handarbeit mit deiner Liebe zu Heilpflanzen?

Ich freue mich auf deine Erfahrungen und Ideen in den Kommentaren!


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